Der Grundstein für die Fanszene Aarau wurde im Jahr 1981 gelegt, als der FC Aarau in die Nationalliga A aufstieg. Noch im selben Jahr wurde der erste Fanclub gegründet, sinnigerweise mit dem Namen Fan-Club Aarau 1981. Der Fanclub platzierte sich im heimischen Stadion Brügglifeld auf den Stehplätzen direkt gegenüber der Haupttribüne, wo die FCA-Fans auch heute noch stehen.
Da sich der FC Aarau in den Jahren nach dem Aufstieg erfolgreich in der Nationalliga A halten konnte, wuchs die Fanszene kontinuierlich. Die 80er Jahre waren geprägt von Fünfklanghörnern und einem schwarz-weissen Fahnenmeer. Fast jeder Fan bastelte sich seine eigene Fahne. An Einschränkungen betreffend der Länge und dem Material der Fahnenstange war damals natürlich noch nicht zu denken. Einen grossen Schub erhielt die Fanszene, als Ottmar Hitzfeld zum FC Aarau stiess und hier für damalige Aarauer Verhältnisse unglaubliche Erfolge feierte. Aarau wurde in der Saison 1984/85 Vizemeister und gewann den Schweizer Cup. Der langjährige NLB-Verein wurde im Schweizer Fussball zum ersten Mal richtig ernst genommen, man nannte den Verein FC Wunder.
Zwischen Aufstieg und Cupsieg bildete sich langsam eine Gruppe von Leuten, denen der Fanclub 1981 zu brav war und die das Fanleben etwas intensiver leben wollten. So wurde am 31. Dezember 1986 der Fanclub Adler '86 gegründet. Der Adler '86 wuchs schnell auf ca. 30 Leute an, die im Brügglifeld und auswärts gute Stimmung machten. Während sich die Mitglieder des Fanclubs 1981 seit je her den oberen Teil der Stehrampe in Beschlag nahmen, platzierten sich die Adler eher in der unteren Hälfte. Der Adler '86 war auch bald als eine Truppe von Chaoten verschrien. Die Fanszene spaltete sich auf. Die braven, "langweiligen" Fans schlossen sich dem 81er an, die lauten, wilden Fans fühlten sich beim Adler '86 wohler.
Der Fanclub 1981 war immer mit der Vereinsführung eng verbunden, und die Mitglieder amtierten im Brügglifeld auch als Funktionäre, während die Adler solche Dienste stets ablehnten, mit der Begründung, dass sie die Spiele sehen und Stimmung machen wollten. Dadurch war es nur der 1981, der vom FC Aarau als "der Fanclub" wahrgenommen wurde. Dies brachte dem 1981er den Spitznamen "Offizieller Fanclub" oder kurz "Off" ein.
Die nächste sehr erfolgreiche Saison für den FC Aarau war 1987/88, in der sich der FCA (immer noch unter Trainer Hitzfeld) für die Finalrunde qualifizierte und bis zur letzten Runde um den Titel mitspielte. Im letzten Spiel dieser Saison zogen gegen 20'000 Aargauer an einem Mittwochabend nach Zürich, um das Spiel bei den Grasshoppers mitzuverfolgen. Aufgrund mangelnder Verkehrsregelung kam es dazu, dass viele Aarauer ihre Autos auf der Autobahn abstellen mussten und diese während der Zeit des Spiels blockiert war... Diese Saison ging als die mit den mit Abstand höchsten Zuschauerzahlen in die Geschichte ein. Im Durchschnitt kamen über 9'000 Zuschauer ins Brügglifeld. Weder vorher noch nachher gab es jemals einen Durchschnitt von über 6'500 Zuschauern. Für eine Kleinstadt mit gerade mal 16'000 Einwohnern eine beeindruckende Zahl.
Nach dem Abgang von Hitzfeld zu den verhassten Grasshoppers konnte sich der FCA in der Saison 1988/89 für den Cupfinal qualifizieren; gegen die Grasshoppers. Von den 27'000 Zuschauern waren die Mehrheit Aarauer, alleine in Aarau wurden im Vorverkauf 18'000 Tickets abgesetzt. Das Spiel ging dann trotz gutem Support von Aarauer Seite 1:2 verloren.
Nach diesen Erfolgen kam es in der Fanszene Aarau zur Katerstimmung. Vier Jahre lang in Folge musste Aarau in die Abstiegsrunde, und mit jedem Jahr wurde der Kampf gegen den Abstieg knapper. Dies führte auch dazu, dass sich immer weniger Leute im Fanblock einfanden und auch die Auswärtsfahrten immer schlechter besucht wurden. Nach dem Fanclub Brügglifeld im Jahr 1988 kamen auch lange Zeit keine Fanclubs hinzu. Mittlerweile war es der Fanclub Adler '86, der in der Fanszene ganz klar den Ton angab.




